
ÜBER DAS PROJEKT
Vom 29.09.2026 bis zum 02.10.2026 führt infoAid, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), eine Geschäftsanbahnungsreise für deutsche Anbieter von Textil- und Bekleidungstechnik nach Kenia durch. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme im Rahmen des Markterschließungsprogramms für KMU. Zielgruppe sind vorwiegend kleine und mittlere deutsche Unternehmen.
ZIELMARKT- UND BRANCHE
Kenia ist ein traditionelles Herstellerland für Textil- und Bekleidungsprodukte. In den 1970/80er Jahren war die Branche eine der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Die lokale Baumwollproduktion liefert zwar nur begrenzte Kapazitäten, das Potential für den weiteren Ausbau ist aber groß. Die Regierung hat den Anbau von Baumwolle in ihrer ‚National Cotton Textile and Apparel Policy‘ (2024) priorisiert und wird in den kommenden Jahren substanzielle Mittel für die Modernisierung des Sektors bereitstellen. So entstehen Exportpotenziale für deutsche Technologieanbieter im Bereich der Faserverarbeitung. Die Branche soll aber auch insgesamt mit Blick auf das erheblich Beschäftigungspotenzial gefördert werden, also entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Faser Fläche Veredlung Konfektion). Deutsche Technologieanbieter können hierbei eine zentrale Rolle spielen. Heute arbeiten schätzungsweise 70 kenianische Unternehmen in der Branche, die mit Blick auf Qualitäten, Quantitäten und Zertifizierungen im Exportgeschäft tätig sein können. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von kleineren Unternehmen, die auf zumeist auf dem lokalen Markt aktiv sind. Im Bereich der Faserverarbeitung gibt es heute ca. zehn Hersteller von z.B. Garnen (Spinnereien), die fast ausschließlich Teil von größeren, vertikal integrierten Operationen sind, die auch die Flächenherstellung (Weben und/oder Stricken) sowie die Veredlung (Färben, Waschen) und die Konfektion abdecken.
CHANCEN FÜR DEUTSCHE UNTERNEHMEN
Der Markt entwickelt sich dynamisch: Staatliche Konjunktur-programme bieten Anreize für die Branche, von der Baumwollte bis hin zur Verarbeitung und Herstellung, nicht zuletzt mit Blick auf den Beschäftigungsbeitrag, den die Branche leistet (die Beschäftigtenzahl soll von heute ca. 400.000 auf über 2 Millionen Menschen in 2030 ansteigen). Auch die privaten Investitionen (in- und ausländisch) in die kenianische Textil- und Bekleidungsindustrie haben in den letzten fünf Jahren deutlich zugelegt. Haupttreiber für das Wachstum sind die zollfreien Bekleidungsexporte in die USA (AGOA-Präferenzstatus, der es den Herstellern ermöglicht, auch Ware mit z.B. Stoffen aus Asien zollfrei in die USA auszuführen). Am 30.09.25 lief das Abkommen aus. Verhandlungen zwischen Kenia und den USA haben mit Blick auf eine Wiedereinsetzung des Präferenzstatus wurden zwischenzeitlich wieder aufgenommen. Die Diversifizierung der Exportmärkte spielt eine zentrale Rolle für die kenianische Regierung, um damit die Abhängigkeit vom US-amerikanischen Markt zu verringern. Ausfuhren in die EU sind demgegenüber noch gering und erreichten in 2024 nur EUR 12 Millionen. Das am 01. Juli 2024 in Kraft getretene ‚EU-Kenya Economic Partnership Agreement‘ soll hier Abhilfe schaffen und ermöglicht die zoll- und mengenunbeschränkte Einfuhr von Textil- und Bekleidungsprodukten in die EU. Somit entstehen Absatzpotenziale, die von den deutschen Textilmaschinenbauern genutzt werden sollen. Potentielle Käufer sind z.B. baumwollverarbeitende Unternehmen (Faserverarbeitung- und Aufbereitung), Garnhersteller (Spinnereien), Flächenhersteller (Web / Strick und ‚non-Wovens‘), Veredler (z.B. Waschen, Färben) und die Konfektionäre (Hersteller von z.B. Bekleidung, Heimtextilien oder technische Textilien).
DAS PROGRAMM
28.09.26
Anreise nach Nairobi
29.09.26
Teilnehmerbriefing (Programm / Standort Kenia) Referenzbesuche (Textil/Bekleidungshersteller)
30.09.26
Präsentationsveranstaltung Individuelle Geschäftsanbahnungsgespräche
01.10.26
Besuche von potenziellen Kunden Individuelle Geschäftsanbahnungsgespräche
02.10.26
Besuche von potenziellen Kunden Individuelle Geschäftsanbahnungsgespräche
Teilnehmer profitieren von:
Zielmarktwebinar, inkl. Handout, zur Vorbereitung
Individuell organisierte Geschäftsanbahnungsgespräche mit potenziellen Geschäfts- und Kooperationspartnern
Präsentation Ihres Unternehmens und Ihrer Exportprodukte vor geladenem Fachpublikum und Branchenvertretern
Vernetzung und Kontaktaufbau zu Unternehmen und Entscheidungsträgern
Umfangreiches länder- und branchenspezifisches Fachwissen zu Kenia und der ostafrikanischen Region
Tipps für weitere Schritte zu einem erfolgreichen Markteinstieg mit nachhaltigen Geschäftskontakten und Marktetablierung
Organisiertes Programm vor Ort
Kosten und Teilnahmebedingungen:
Das Projekt ist Bestandteil des Markterschließungsprogramms für KMU und unterliegt den De-minimis-Regelungen. Der Eigenanteil der Unternehmen für die Teilnahme am Projekt beträgt in Abhängigkeit von der Größe des Unternehmens:
250 EUR (netto) für Unternehmen mit weniger als 2 Mio. EUR Jahresumsatz und weniger als 10 Beschäftigten
850 EUR (netto) für Unternehmen mit weniger als 150 Mio. EUR Jahresumsatz und weniger als 750 Beschäftigten
1.500 EUR (netto) für Unternehmen ab 150 Mio. EUR Jahresumsatz oder ab 750 Beschäftigten.
Individuelle Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten werden von den Teilnehmenden selbst getragen.
Für alle Teilnehmenden werden die individuellen Beratungsleistungen in Anwendung der De-Minimis-Verordnung der EU bescheinigt. Teilnehmen können maximal 12 Unternehmen. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. KMU haben Vorrang vor Großunternehmen.
Kontakt für weitere Informationen
INFOAID PARTNERS
Kastanienallee 71
10435 Berlin
Germany
T: +49 (0) 30 120 59 14 41

Das Markterschließungsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und wird von Germany Trade & Invest ungesetzt.

infoAid ist eine auf die Textil- und Bekleidungsindustrie spezialisierte Außenwirtschaftsberatung, die deutsche und europäische Unternehmen bei deren Absatz- und Beschaffungsprojekten weltweit unterstützt. Afrika gehört zu den Kernregionen, in denen zahlreiche Projekte für Unternehmen umgesetzt werden.